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Beiträge:

Der Sportdirektor als maßgeblicher Erfolgsfaktor im Fußballverein

Die Zeiten, in denen Fußballvereine hobbymäßig geführt und knappe Finanzmittel nach Feierabend verwaltet werden können, sind spätestens ab der Regionalliga, in der schon relativ viel Geld bewegt wird, vorbei.
Ein professionell aufgestellter Fußballverein steht auf mehreren wirtschaftlichen Standbeinen, wie Werbung/Sponsoring, TV, Merchandising u.s.w., kaufmännische Kompetenz ist in allen Bereichen unumgänglich.

Die Initialzündung für alles stellt aber immer noch das Kerngeschäft dar. Um sportlichen Erfolg zu haben, braucht man im wesentlichen gute Fußballspieler und eine gut trainiere Mannschaft. Die Frage ist nun, wer dafür zu sorgen hat, dass genannte Voraussetzungen erfüllt werden. In vielen Vereinen überlässt man traditionell die Aufgabe, für sportlichen Erfolg zu sorgen, fast ausschließlich dem Trainer. Er trainiert nicht nur die Mannschaft, sondern er stellt sie auch zusammen und bestimmt im Rahmen eines bestimmten Finanzbudgets, wer „verkauft“ oder „gekauft“ wird. Diese „Fehlkonstruktion“ führt in zahllosen Fällen zu folgenden Kettenreaktionen:

Sobald die Mannschaft hinter den sportlichen Erwartungen zurückbleibt, steigt der Druck der Öffentlichkeit, Maßnahmen zu ergreifen, schließlich wird der Trainer entlassen oder „beurlaubt“, ein neuer Trainer verpflichtet neue Spieler, weil er eine andere Fußballphilosophie verfolgt: wiederum kommt es zu sportlichem Misserfolg, der Druck steigt….. das Karussell beginnt sich erneut zu drehen, bei manchen Vereinen 3 bis 4 mal pro Saison! Im Ergebnis führt das durch zusätzliche Spielergehälter, zusätzliche Berater – oder Vermittlerhonorare und Abfindungen für entlassene Trainer zu finanziellen Überbelastungen bis zum völligen Ausbluten und zur Insolvenz des Vereins.

Die praktischen Beispiele dafür mehren sich leider. Wie vermeidet man aber dieses Chaos?

Nun, es liegt auf der Hand, dass ein Verein

  • auf und neben dem Platz eine klare strategische Ausrichtung ,
  • eine flächendeckende Fußballphilosophie hinsichtlich Spielertypen und Spielsystemen,
  • ein fein justiertes Scouting-System und
  • eine sportlich und finanziell weitsichtige Transferpolitik haben muss.

Diese auf Kontinuität bauende Ausrichtung ist langfristig angelegt und kann nicht alle paar Monate, wenn wieder einmal ein Trainerwechsel ansteht, geändert werden. Die personellen Weichenstellungen können daher nicht von einem Trainer als Zeitarbeiter sondern nur von einem kompetenten Sportdirektor, dessen Position langfristig angelegt ist, maßgeblich getroffen werden. Insofern gilt es eine Persönlichkeit zu finden, die

  • die Satzungen und Regularien des DFB bzw. der Landesverbände ausreichend beherrscht,
  • Fußballmarktkenntnis hat oder in der Lage ist, diese methodisch zu erarbeiten,
  • Spieler hinsichtlich ihrer sportlichen und mentalen Fähigkeiten einschätzen kann,
  • deren Eignung für das Spielsystem des Vereins  beurteilen kann,
  • eine klare Vorstellung von der Altersstruktur der Mannschaft hat,
  • in der Lage ist, die verschiedenen Nationalitäten in der Mannschaft interkulturell zu betreuen und
  • die weiß, wie man Vereinskultur, Fußballverständnis und corporate identity öffentlichkeitswirksam verkauft.

Dazu gilt es, Organigramme, Ablaufschemata, Anforderungsprofile und Stellenbeschreibungen zu entwerfen, die dieser anspruchsvollen und verantwortungsvollen Aufgabe gerecht werden.

Mit der organisatorischen Dominanz eines Sportdirektors ist zwar auch nicht sichergestellt, dass alle Fehler vermieden werden, aber die Verfolgung eines strategischen Konzeptes mit deutlichen Konturen erleichtert die Orientierung, verhindert aufwändige Brachialumwälzungen und reduziert damit das Unternehmensrisiko.

Der Verfasser kennt die Szene seit vielen Jahren und möchte Vereinen helfen, mit System und Methode die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich zu erhöhen.

© 01.06.2010, Werner Clemm

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